Das Hohelied Der Liebe Passau

2012 07 13 DAS HOHELIED DER LIEBE Passau


"DAS HOHELIED DER LIEBE"   Passau   13. Juli - 15. September 2012

Wie viele Gesichter kann die Liebe haben? "Das Hohelied der Liebe" im Domschatz- und Diözesanmuseum - 31 Antworten auf die Kraft der Sprache  ..... Arbeiten, die eine starke Erotik implizieren, die vielleicht erst auf den zweiten Blick erkennbar ist, sind von Rudolf Klaffenböck, Johannes Schreiter und Ramona Müller-Hamleh .....

 Süßer Wein, verschlossene Gärten, Feuergluten und Flammen, Gazelle, Taube, Hirsch und Granatäpfel - all diese sehr weltlichen Vergleiche finden sich im Hohelied der Liebe, das ein Teil der Bibel ist. Und eben dieses Thema hat Künstlerseelsorger Dr. Bernhard Kirchgessner 31 Künstlern aus Deutschland und Italien (die Ausstellung entstand in der Kooperation mit der Künstlervereinigung "Le Stelle" in Brescia) zur Aufgabe gegeben für die Jubiläumsausstellung zu "10 Jahre Künstlerseelsorge" im Passauer Domschatz- und Diözesanmuseum.

Reichhaltig ist die künstlerische Aussage, die die Poesie und sprachlichen Bilder des Liedes in Malerei, Grafik, Fotografie, Objektkunst und Skulptur umsetzt. Dabei haben es sich die Künstler nich einfach gemacht. Auch wenn Textstellen beigegeben sind, stellen die Arbeiten keine Illustration dar. Es sind durchwegs hintergründige Arbeiten. Nur zwei Künstler arbeiten mit Schriftzeichen in ihren Werken; Andreas Armin d'Orfey und Dieter Benno-Aumann, die eine kalligrafische Arbeit zeigen. Wie ein Text- und Materialgewebe wirkt das Gemälde Fabio Massimo Carusos. Und Giovanni Marconi gestaltete eine Installation aus kühlem Carrara-Marmor und dem auf einem Lesepult liegenden metallenen Buch. Die Härte der Materialien wirken wie ein Paradoxon zur zitierten hochemotionalen Stelle von "Feuergluten". Die Stimmungen aus dem Hohelied thematisieren Armando Fettolino, Silvia Venuti, Toni Menacher, Rinaldo Turati und Mario Schosser auf drei leuchtenden Glaszylindern. Wenn es um Liebe geht, geht es um Menschen. Von der Vermählung mit Christus zeugt das Werk von Thomas Jessen, vom Mutterglück die Plastik von Andreas Kuhnlein, für aufopfernde Christusliebe und gleichzeitig Sünde die Skulptur von Bernd Stöcker. Die Sünde ist auch das Thema von Luciano Pea und Giuliano Gaigher. Auf die Figur der Schulammit nimmt Hella De Santarossa Bezug. Figürlich wirkt auch die Mischtechnik Sandro Sardellas. Von der glückhaften oder glücklosen Liebesbeziehung von Paaren erzählen die Arbeiten von Peter Weidl, David Bennett, Hermann Josef Runggaldier, Konrad Schmid, Bruno Lucchi, Andrea Cereda und Giacomo Nuzzo. Das männliche und das weibliche Prinzip abstrakt sieht die Künstler Gabriela Furlani, eng verschmolzen dagegen Regine Herzog. Die irdische Liebe als ein Bild göttlicher Liebe stellen eindrucksvoll Philipp Schönborn und Giusy Lazzari dar. Unter den vielen Gesichtern, die die Liebe haben kann, greift einzig Franco Bianchetti diese Aussage aus dem Hohelied der Liebe in einer berührenden Glasplastik auf: "Stark wie die Liebe ist der Tod".                                                      22. August 2012  FEUILLETON   Edith Rabenstein

 

 

 

 

 

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